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Reden & Worte·28. März 2026·4 Min. Lesezeit

Hochzeitsrede Brautpaar: So findet ihr als Paar die richtigen Worte

Hochzeitsrede Brautpaar: So findet ihr als Paar die richtigen Worte

Irgendwann an eurem Hochzeitsabend wird es kurz still. Die Teller sind weg, das Glas ist halb voll, und alle schauen zu euch. Dann seid ihr dran. Keine Sorge, das ist kein Prüfungsmoment, das ist einer der schönsten Momente des Tages. Eine Hochzeitsrede vom Brautpaar muss nicht perfekt sein. Sie muss nach euch klingen.

Ich stehe seit Jahren bei freien Trauungen und auf Hochzeiten zwischen Düsseldorf, Neuss und Meerbusch am Mikro. Und ich kann euch sagen: Die Reden, die hängen bleiben, sind fast nie die geschliffenen. Es sind die ehrlichen.

Müsst ihr überhaupt selbst reden?

Kurze Antwort: nein. Lange Antwort: Ihr werdet euch hinterher freuen, dass ihr es getan habt.

Eure Gäste haben sich Hotels gebucht, Geschenke besorgt, Kinder organisiert, freie Tage genommen. Eine kurze Dankesrede ist das, was ihr zurückgebt. Nicht als Pflichtübung, sondern weil es der eine Moment ist, in dem ihr direkt zu allen sprecht, ohne dass jemand dazwischensteht.

Und falls einer von euch beiden lieber im Boden versinken würde als ein Mikro zu halten: völlig okay. Dann redet einer, der andere steht daneben und hält die Hand. Das wirkt nie wie eine halbe Sache. Das wirkt wie ihr.

Anfangen, bevor ihr Sätze formuliert

Der häufigste Fehler ist, mit dem ersten Satz anzufangen. Setzt euch lieber einmal zusammen und beantwortet drei Fragen, jeder für sich, dann gemeinsam.

Braeutigam haelt mit Mikrofon eine Hochzeitsrede

Wem wollen wir wirklich danken? Nicht der Liste nach, sondern wem von Herzen. Was war der Moment, an dem wir gemerkt haben: Das wird was Großes? Und: Was sollen unsere Gäste mitnehmen, wenn sie nach Hause fahren?

Wenn ihr diese drei Antworten habt, schreibt sich die Rede fast von selbst. Den ausführlichen Weg vom leeren Blatt zur fertigen Rede habe ich in meinem Leitfaden zum Reden schreiben Schritt für Schritt aufgeschrieben.

Wer sagt was?

Wenn ihr zu zweit redet, teilt die Rede in Blöcke. Bitte wechselt euch nicht Satz für Satz ab, das klingt wie ein einstudiertes Pingpong und ihr verheddert euch garantiert.

Besser: Eine Person übernimmt den Dank an Eltern und Gäste. Die andere erzählt die eine kleine Geschichte und sagt den Schlusssatz. So hat jeder seinen klaren Part, ihr wisst immer, wann ihr dran seid, und es entsteht ein roter Faden statt Stückwerk.

Ein roter Faden, nebenbei, ist genau das, wofür ich auch sonst auf Hochzeiten sorge: von der Zeremonie bis zur Tanzfläche, ein Mensch, der den Abend zusammenhält. Bei eurer Rede gilt dasselbe Prinzip im Kleinen.

Die eine Geschichte schlägt zehn Adjektive

"Du bist die beste Frau der Welt" ist lieb gemeint und sagt nichts. "Du hast an unserem ersten Urlaubsmorgen drei Kaffee gemacht, weil du nicht wusstest, wie ich ihn trinke" sagt alles.

Konkret schlägt Floskel. Immer. Sucht euch einen Moment, eine Szene, ein Detail. Etwas, das nur ihr beide kennt und das im Raum trotzdem jeder versteht. Eure Gäste lachen, weil sie euch darin wiedererkennen, und genau das ist der Punkt.

Lasst die großen Worte wie "ewig" und "für immer" weg. Die spart ihr euch fürs Eheversprechen, das ist die andere Bühne, und dort gehören sie hin.

Wie kurz ist kurz genug?

Zwei bis drei Minuten. Das sind ungefähr 300 bis 400 Worte. Mehr braucht ihr nicht, und mehr will auch keiner.

Reden kann jeder. Am Mikro stehen und es so klingen lassen, als wäre nichts dabei, das ist die eigentliche Arbeit. Aus meiner Radiozeit weiß ich: Je kürzer der Beitrag, desto härter muss jeder Satz arbeiten. Streicht alles, was ihr "eigentlich auch noch sagen wolltet". Ein Gedanke, der sitzt, ist mehr wert als fünf, die verlaufen.

Und übt einmal laut. Nicht auswendig, nur laut. Ihr hört sofort, welcher Satz im Kopf gut klang und im Mund stolpert.

Am Abend selbst

Karte in die Hand, nicht das Handy. Ein paar Stichworte reichen, kein Roman. Atmet einmal durch, bevor ihr anfangt, das nimmt euch mehr Zittern als jeder gute erste Satz.

Wenn die Stimme bricht: lasst sie brechen. Niemand auf eurer Hochzeit findet das peinlich. Die meisten finden genau das am schönsten.

Und keine Angst vor dem Einsatz. Auf den Hochzeiten, die ich moderiere, achte ich darauf, dass eure Rede den richtigen Moment kriegt: Ruhe im Raum, alle Gläser gefüllt, Musik runter, Licht passend. Ihr müsst euch um nichts kümmern außer um eure Worte. Wenn ihr wissen wollt, wer an so einem Abend den Faden in der Hand hält, lest mal, ob ihr einen Zeremonienmeister braucht.

Es muss nach euch klingen

Am Ende zählt nicht, ob eure Rede druckreif war. Es zählt, dass eure Gäste für drei Minuten gespürt haben, wer ihr seid und warum ihr heute hier steht.

Genau diese Echtheit ist auch der Kern, wenn ich eine freie Trauung in Düsseldorf gestalte: keine Schablone, sondern eure Geschichte, in euren Worten.

Wenn ihr gerade an euren Reden sitzt und nicht recht wisst, wo ihr anfangen sollt, schreibt mir einfach. Manchmal reicht ein Gespräch, und der Knoten löst sich. Ich freu mich, von euch zu hören.

Geschrieben von Arne KlühLasst uns reden →

Häufige Fragen

Sollte das Brautpaar überhaupt selbst eine Rede halten?

Müssen müsst ihr nichts. Aber eine kurze gemeinsame Dankesrede ist einer der schönsten Momente des Abends, weil eure Gäste euch ein paar ehrliche Sätze direkt von euch hören. Drei Minuten reichen völlig. Wenn ihr beide nicht reden mögt, übernimmt einer und der andere steht daneben.

Wer sagt was, wenn wir zu zweit reden?

Teilt die Rede in klare Blöcke statt euch jeden Satz abzuwechseln. Einer dankt den Eltern und Gästen, der andere erzählt die kleine Anekdote und sagt den Schlusssatz. So entsteht ein roter Faden und niemand sucht mitten im Satz nach dem Einsatz.

Wie kurz sollte die Brautpaar-Rede sein?

Zwei bis drei Minuten. Das sind rund 300 bis 400 Worte. Lieber ein Gedanke, der sitzt, als fünf, die zerlaufen. Eure Gäste merken sich ein, zwei Sätze, nicht die ganze Rede.

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